Alkohol

  • Der Alkohol ist bekanntlich eine legale Droge. Ein übermäßiger, langjähriger Konsum von Alkohol kann zu körperlichen Schäden, zu psychischen Veränderungen, zu einem schwerwiegenden Anstieg der Unfallgefährdung im Straßenverkehr und am Arbeitsplatz bis zur Zerstörung der Familie und anderer zwischenmenschlicher Beziehungen führen. Man spricht von Alkoholmissbrauch.
  • Das Heimtückische beim Alkohol, wie bei jeder Droge, ist: Je mehr Alkohol man trinkt, desto mehr Alkohol kann man vertragen. Je mehr Alkohol man vertragen kann, desto mehr Alkohol neigt man zu trinken, um diejenige berauschende Wirkung zu spüren, die man mit sehr geringen Alkoholmengen in früheren Zeiten seines Lebens gespürt hat. Je nach Art, Ausmaß und Häufigkeit der konsumierten Mengen entsteht dadurch eine Alkoholtoleranz, eine Alkoholverträglichkeit, im Körper. Diese Alkoholtoleranz, die ein Fahrer im Laufe seines Lebens erreicht hat, verleitet ihn dazu, ein Fahrzeug mit hohen Promillewerten, ohne großartige Ausfallerscheinungen, zu lenken.
  • Obwohl viele Kraftfahrer wissen, dass sie Alkohol getrunken haben, zeigen sie häufig keine Bereitschaft, auf das Fahren zu verzichten. Sie verdrängen die Wahrscheinlichkeit, in eine Polizeikontrolle zu geraten, in einen Unfall verwickelt zu werden oder sogar einen Unfall zu verursachen. Die Entscheidung, ob man fährt oder nicht, wird auf einen Zeitpunkt verschoben, in dem das rationale Denken bereits durch Alkoholeinfluss nicht mehr vorhanden ist.
  • Darin besteht ein Gefährdungsrisiko für den Fahrer wie auch für die Verkehrsgemeinschaft. Darin bestehen auch die Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde. Deswegen kann es nicht überraschen, wenn die MPU wegen Alkohol am Steuer am häufigsten von den Fahrerlaubnisbehörden veranlasst wird: Im Jahr 2012 wurden von allen Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) deutschlandweit insgesamt 94.176 medizinisch-psychologische Untersuchungen resp. Fahreignungsbegutachtungen  durchgeführt. 44% davon wegen Alkohol am Steuer. Das waren etwa 41.500 Menschen. s. MPU-Statistik

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